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Tiere

Warum fallen Vögel nachts nicht vom Ast?

Sind wir müde, dann packen wir uns ins Bett. Doch Vögel schlafen auf Ästen. Wieso fallen sie nicht herunter, während sie schlummern? Und wie halten sie sich warm?

Um sich gegenseitig zu wärmen, kuscheln sich diese Vögel aneinander. Bild: Keystone

Bei Menschen wie Tieren entspannen sich die Muskeln im Schlaf, sie werden schlaff. Schlafen wir zum Beispiel in der Hocke ein, so kippen wir um. Trotzdem schaffen es Vögel, sich nachts an einem Ast festzuhalten. Sie fallen auch im Schlaf nicht herunter.

Fachleute können das erklären. Sie sagen: Ein Vogel hat einen sogenannten Greifreflex. Wenn er auf einem Ast landet, greift er automatisch zu. Das ist ihm angeboren. Der Vogel klammert sich mit seinen Füssen fest. Er hat vier Zehen. Eine Zehe zeigt nach hinten. Die Krallen an den Zehen geben den Vögeln zusätzlichen Halt. Das aber ist nicht allein der Grund, warum Vögel beim Schlafen nicht vom Ast fallen. Entscheidend ist auch, wie die Vögel ihre Zehen geschlossen halten.

Machen wir unsere Zehen krumm, dann setzen wir unsere Muskeln ein. Bei Vögeln ist das anders. Denn ein Vogelbein ist anders aufgebaut. Vom Oberschenkel bis zu den Zehenknochen verläuft eine lange Sehne. Diese Sehne strafft sich automatisch, wenn der Vogel in die Hocke geht. Sie steht dann unter Spannung. Weil die Sehne mit den Zehenknochen verbunden ist, zieht sie nun an ihnen. Dadurch krümmen sich die Zehen. Die Zehen können zupacken. Der Vogel klammert sich fest, ohne Muskeln einzusetzen.

Sich aufplustern
Und wie halten sich die Vögel im Winter warm? Während Mauersegler, Schwalben oder Storche beispielsweise die Wintermonate in wärmeren Gegenden verbringen, harren Vögel wie Amsel, Meise oder Spatz hier bei uns aus. Für sie bedeutet das, auch bei eisigen Temperaturen draussen zu sein. Mit einem Trick aber können sie sich schützen. Sie plustern sich auf.

Naturschützer sagen: Die meisten dieser Vögel übernachten aufgeplustert und gut geschützt in Gebüschen oder an Baumstämmen. Wenn die Vögel ihre Federn aufbauschen, dann entsteht um sie herum eine wärmende Luftschicht. Das ist so ähnlich wie bei unseren Daunenjacken, die wir im Winter tragen. Auch sie schützen uns vor Kälte. Mit dem Aufplustern können die Vögel ihre Körperwärme besser halten. Das spart Energie, und sie überstehen die niedrigen Temperaturen.

Es gibt auch noch andere Gründe, warum Vögel ihre Federn aufplustern. Es kann zum Beispiel sein, dass sie so einen anderen Vogel beeindrucken wollen, mit dem sie sich gern paaren würden. Oder aber sie zeigen Rivalen, dass sie gross und stark sind. Sie versuchen damit, Gegner abzuwehren.

Eng aneinander kuscheln
Naturschützer sagen, dass Vögel auch noch andere Strategien gegen die Kälte haben. So kommen Rabenkrähen und Kolkraben zum Beispiel zusammen, um eine Schlafgemeinschaft zu bilden. Alle zusammen können sich gegenseitig wärmen. Zudem sind die Tiere so besser vor Feinden geschützt, weil sie Lärm machen. Auch Zaunkönige und Baumläufer kuscheln sich im Winter im Gebüsch oder Unterholz eng zusammen. Auch sie wärmen sich gegenseitig. AfK

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