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Twann

Der Kapitän ist künftig mehr in den Reben

Dem Betrieb der Perrots stehen ab diesem Jahr grosse Veränderungen ins Haus. Sohn Olivier will sich vermehrt dem Weinbau widmen und seinen Vater Hans entlasten.

Bild: Hans und Olivier Perrot. Bild: hrw
  • Dossier

Bei Vater Hans und Sohn Olivier Perrot an der Dorfgasse in Twann ist immer viel los. Auf der einen Seite ist da der vor allem von Hans Perrot betriebene Weinbau, nebenan befinden sich die Büros von Käptn Oli Perrot, der seit zehn Jahren sein eigenes Passagierschiff betreibt.

Wurden bis anhin elf verschiedene Rot- und Weissweine produziert, haben die beiden nun beschlossen, ihren Weinbaubetrieb etwas zu verkleinern. Dabei wollen sie sich auf ihre zwei Hauptsorten Chasselas und Pinot noir konzentrieren. Sohn Oli will sich neben seinem Hauptjob mehr in den Weinbau einbringen als bis anhin und seinem Vater einige Tricks bei der Weinbereitung abschauen. Die beiden werden weiterhin nach den Bestimmungen der Integrierten Produktion arbeiten und nicht wie einige andere Weinbauern am linken Bielerseeufer biologisch oder biodynamisch ihren Wein produzieren. Vater Hans möchte nach 35 Jahren als aktiver Winzer etwas kürzer treten und den Weinbau sukzessive seinem Sohn übergeben. Dieser seinerseits will sich nur noch mit seinen beiden Lieblingssorten auseinandersetzen. Sein Ziel ist es, diese Weine als Twanner-AOC-Spitzenweine zu etablieren.

Ein wahrlich ambitioniertes Unterfangen. Einzig eine Parzelle Gamaret-Trauben behalten die Perrots zusätzlich bei, um ihren beliebten Pinot noir/Gamaret mit Eichenfassausbau weiterhin produzieren zu können. Der Trend, möglichst viele verschiedene Weine und Assemblages zu produzieren, überfordere ihn, darum konzentriere er sich in Zukunft auf zwei Sorten, erklärt Oli Perrot. Chasselas und Pinot noir sind auch diejenigen Weine, mit denen Vater Hans regelmässig Auszeichnungen und Diplome an Weinprämierungen gewinnen konnte.

Der Weg des Hans Perrot als Winzer war nicht vorgegeben. Wie Sohn Olivier hatte auch der Vater einen starken Hang zum Wasser und zum Bielersee. Er arbeitete in jungen Jahren unter anderem in der kantonalen Fischereiaufsicht. Erst durch die Heirat mit seiner Frau Vreni konnte er den Weinbaubetrieb seiner Schwiegereltern überneh-men, laufend ausbauen und verbessern.

Nun heisst es «Back to the roots» wie Oli den weiteren Weg bezeichnet. Warum nicht, waren doch Chasselas und Pinot noir schon immer die herausragenden Gewächse dieser Region.

Nicht überraschend bezeichnen die beiden Chasselas als ihren Lieblingswein. Bei der Übernahme des Betriebes produzierte Hans Perrot 90 Prozent Chasselas und der Rest Pinot noir. Erst mit den Jahren kamen weisse und rote Spezialitäten dazu. «Chasselas war immer meine grosse Passion als Winzer» sagt Perrot. Dabei schätzt er insbesondere die feine Aromatik und die Frische und Fruchtigkeit dieser Weissweinsorte. Sohn Oli schätzt vor allem die Süffigkeit des Chasselas, «man muss nicht zuviel darüber studieren und analysieren, sondern ihn einfach trinken und gern haben», sagt er dazu. Hans Ruedi Winiger

Info: Das BT stellt in unregelmässiger Folge generationenübergreifende Winzerpaare aus der Region vor.


Link: www.perrotwein.ch

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