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Wird Moutiers Spital ein Zentrum für Psychiatrie?

Beim Kanton Bern sorgt eine Indiskretion zur Zukunft des Spitals Moutier für Ärger. Verbreitet wurde sie vom Westschweizer Fernsehen RTS.

Bild: Keystone
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Es wäre ein überraschendes Szenario: Das Spital Moutier, dessen Zukunft wegen der unklaren Kantonszugehörigkeit des Städtchens unsicher ist, könnte zu einem Zentrum für Psychiatrie werden. Betrieben würde es interkantonal von den Spitalgruppen des Berner Juras und des Kantons Jura. Das machte gestern das Westschweizer Fernsehen RTS publik und stützte sich dabei auf ein internes Papier der interkantonalen Arbeitsgruppe, die derzeit über Moutiers Spital nachdenkt. Kreise, die dem laufenden Prozess vorgreifen wollen, dürften es dem Sender zugesteckt haben.

Gemäss RTS wurden mehrere Varianten geprüft. Das gewählte Szenario entspringe der Erkenntnis, dass Berner Jura und Kanton Jura allein nicht die kritische Masse für eine Psychiatriestruktur hätten. Das Spital Moutier erhielte demnach 110 Psychiatriebetten und hätte auch bei einer Verkleinerung von Abteilungen 20 Betten mehr als heute. Für die psychiatrische Klinik Bellelay im Berner Jura würde dies wohl das Aus bedeuten.

Die bernische und die jurassische Kantonsregierung kritisierten gestern die vorzeitige Publikation vertraulicher Unterlagen. Der Berner Regierungsrat und der jurassische Regierungspräsident Jacques Gerber (FDP) erklärten beide, von den Szenarien noch keine Kenntnis zu haben. Für Bern sei die zentrale Frage, wie die Spitalversorgung im Berner Jura garantiert werden könne, erklärte Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP). Stefan von Bergen

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