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In 75 Tagen von Biel nach Kiel

Fünf Nachwuchssegler des Yachtclubs Bielersee haben das Training für den internationalen Höhepunkt im Juni in Kiel aufgenommen. Sie nehmen Kurs auf die Youth Sailing Champions League.

Das Bieler Youth-Team: Chantal Suri, Alissia Müller, Florian Geissbühler, Léo Chassot und Damian Suri (von links). Bild: bmb

Beat Moning

Noch bleiben 75 Tage Tage bis zur Youth Sailing Champions League. Dann treten Damian Suri, Florian Geissbühler, Léo Chassot, Alissia Müller und Chantal Suri zu ihrem bisher wichtigsten Segelwettkampf an. Nach dem kaum erwarteten Sieg und dem inoffiziellen Schweizer-Meister-Titel im Herbst auf dem Lago Maggiore gegen 20 Konkurrenten haben sich die YCB-Segler zusammen mit den beiden Nächstklassierten, dem Zürcher Yachtclub und dem Regattaclub Oberhofen, für dieses Champions-League-Finale während drei Tagen zwischen dem 22. und 24. Juni qualifiziert. Im Rahmen der traditionellen und hoch eingeschätzten internationalen Kieler Segelwoche mit fast 1500 Terminen auf und neben dem Wasser finden auch diese Nachwuchswettkämpfe mit den besten Nachwuchsseglern der Welt statt.

Gut eingespielt ist das Bieler Quintett schon allemal. Diesen Beweis erbrachte man bereits im letzten Herbst mit dem erwähnten Erfolg. In den nächsten Tagen und Wochen geht es darum, mit dem klubeigenen J70-Kielboot namens «Attaque» die Automatismen zu verfeinern. «Nach dem Winter gilt es, die Manöver wieder in den Kopf zu kriegen und alles aufeinander abzustimmen», hält Florian Geissbühler die Wichtigkeit der nun folgenden Trainings fest. Zwei- bis dreimal wöchentlich will man dies tun, zumindest einmal gemeinsam am Wochenende als Team. Ende Mai plant man zudem einen Vorbereitungswettkampf.

Das ungewohnte Meer
Vor zehn Tagen konnte anlässlich der internen Qualifikationswettkämpfe des YCB gemeinsam noch ein Lauf bestritten werden. Am Samstag wurde erstmals im neuen Jahr in Vollbesetzung trainiert. Mit an Bord auch Steuermann Damian Suri, der national das vorgeschriebene Alter überschritten hat, international aber noch mittun kann. Er weilt seit neun Monaten und noch bis Mitte Mai im Militär. «Es ist eine wertvolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Aber ich freue mich, wenn der letzte Tag anbricht.» Dann wird er sich während der Woche wieder vermehrt dem Segelsport widmen können.

Trainings oder Rennen auf dem Meer, wie sie dann vor Kiel vonstattengehen, stehen nicht auf dem Programm. Meeresverhältnisse ist sich das Youth-Team nicht gewohnt. Doch der auf dem Schiff für die Taktik verantwortliche Geissbühler glaubt nicht an einen entscheidenden Nachteil gegenüber der Konkurrenz. «Wir alle haben schon Erfahrung auf dem Meer gesammelt. Ich stand auch schon in Kiel im Einsatz. Finden die Wettkämpfe weiter draussen statt, muss man sich mit mehr Wellen auseinandersetzen. Sind sie eher nahe der Bucht, ist der Wind konstanter und entspricht eher unseren Verhältnissen», blickt Geissbühler zuversichtlich voraus.

2000 Franken Unterstützung
Rund zehn Wochen vor Beginn der Kieler Segelwoche ist im Bieler Team, das sich ohne Coach, aber mit vielen guten Ratschlägen der erfahrenen Seglern ins Zeug legt, soweit alles aufgegleist. Finanziell ist man allerdings nicht auf Rosen gebettet: «Wir freuen uns über den Zustupf der Supportervereinigung über 2000 Franken», so Geissbühler. Für Reise, Unterkunft und Verpflegung reiche dies allerdings nicht aus und jeder müsse aus dem eigenen Sack, beziehungsweise aus jenem der Eltern, noch etwas beitragen. Wer weiss, vielleicht finden sich noch ein paar Spender unter jenen Segelfans, die die Fanreise mitmachen werden. Organisiert von der Supportervereinigung, kann man sich bei Skipper Björn Kjelsberg melden. Kjelsberg wird mit seiner Segeljacht Comfortina im Yachthafen von Damp liegen. Von da aus sind Törns rund um das Geschehen vor Kiel vorgesehen.

Info: Nähere Auskünfte unter: 
076 375 91 93, bjoern.kj@sunrise.ch.

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Vom 22. bis 30. Juni
Neun Tage voller sportlicher und kultureller Höhepunkte: Die Kieler Woche ist das grösste Segelevent der Welt und das grösste Sommerfest im Norden Europas. Über 50 Bootsklassen und um die 4500 Segler aus rund 70 Nationen sind dabei. Drei Millionen Besucher erstatten der Grossveranstaltung einen Besuch ab. Hervorgegangen ist das heutige Fest auf und neben dem Wasser und in allen sportlichen und gesellschaftlichen Facetten aus einer ersten grossen Segelregatta im Jahr 1882. bmb

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