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Handball

Bieler noch nicht ganz am Ziel

Der HS Biel benötigt aus seinen beiden letzten Spielen maximal noch einen Punkt, um in der Nationalliga B zu bleiben. Im Hinblick auf nächste Saison gibt es einige grössere Baustellen.

Den Ligaerhalt vor Augen: Lukas Trummer (am Ball) und seine Kollegen wollen die Saison mit dem HS Biel positiv zu Ende führen./Copyright: Reto Probst/Bieler Tagblatt

Francisco Rodríguez

Knapp 70 Sekunden vor Ende der Partie gegen Stans lagen die Bieler noch mit zwei Toren in Führung. Maximal betrug der Vorsprung sogar fünf Treffer. Anstatt des erhofften Sieges, der den Ligaerhalt definitiv sichergestellt hätte, wurde es ein Unentschieden (siehe BT von gestern). «Letztlich dürfen wir mit diesem Punkt gegen eine starke Mannschaft zufrieden sein, denn im Vorfeld konnte er nicht unbedingt erwartet werden», sagt Cheftrainer Christoph Kauer. Bewusst ist den Bielern indes auch, dass im Idealfall der Abstiegskampf bereits entschieden gewesen wäre. «Von dem her ist es für mich eher ein verlorener Punkt, obwohl die Leistung gut war», sagt Sportchef Daniel Etter. «Ein Sieg hätte uns die Planung für nächste Saison erleichtert.»

Sportchef ist vorsichtig

Zwei Spiele vor Schluss beträgt der Vorsprung auf den Strich vier Punkte, bei einem um neun Treffer besseren Torverhältnis gegenüber Verfolger Emmen. Im Handball gibt es für einen Sieg zwei Punkte – da müsste wirklich schon sehr viel schief laufen, damit in Biel das Negativszenario eintreffen würde. Dennoch bleibe halt eine kleine Ungewissheit. «Ich bin vorsichtig», so Etter.

Schlegels Zukunft offen

Die offene Ausgangslage habe unter anderem damit zu tun, dass es der im Sommer verjüngten Mannschaft oftmals an der nötigen Konstanz mangelte. Der Ausfall des neu verpflichteten deutschen Kreisläufers Clemens Schlegel wegen einer Gehirnerschütterung sowie der überraschende Abgang des torgefährlichen Rückraumspielers Peter Schmid, der mit vertraglich nicht vereinbarten finanziellen Forderungen die Trennung provoziert hatte, führten zu einem beträchtlichen Substanzverlust. Mit Transfers mitten in der Saison konnte dieser zwar ein wenig aufgefangen werden. Die fehlende Leistungsdichte in der Breite macht sich aber dennoch bemerkbar, wenn während einer Partie die Stammspieler für eine Verschnaufpause ausgewechselt wurden, und die zweite Garde das Niveau nicht mehr halten konnte.

Fakt ist, der HS Biel benötigt Verstärkungen. Am Kreis, weil Schlegels sportliche Zukunft weiterhin unsicher ist, im Tor, weil der mitten in der Saison reaktivierte Simon Heyder wieder kürzer tritt und letztlich auch im Rückraum Mitte wegen Sascha Rüegers einjährigem Auslandaufenthalt. Priorität hat in der Planung zunächst die Kreisposition. Zentral ist hier die Frage, ob Schlegel in Biel bleiben möchte und ob es ihm seine Gesundheit übehaupt erlaubt, nächste Saison wieder voll anzugreifen. Die letzten klärenden Gespräche stehen noch aus. Unabhängig davon prüfen die Bieler Verantwortlichen die Dossiers diverser Kreisläufer. Die interessantesten Kandidaten sollen in Probetrainings genauer unter die Lupe genommen werden. Letzten Endes sei eine Verpflichtung wie immer auch eine Budgetfrage, sagt Etter. «Kreisläufer sind in der Schweiz gefragt», erklärt der Sportchef. Eine Aussage, die aber ebenso auf Torhüter zutrifft.

Gymhalle schliesst schon wieder

Etter sagt, Biel müsse auf der Torhüterposition solider und konstanter werden. Die Suche nach einem neuen Goalie neben Christoph Baillif wird wohl noch etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Speziell, wenn eine erfahrene Nummer 1 geholt werden soll. Da der Markt in der Schweiz ausgetrocknet ist, müssen die Bieler ihre Fühler ins Ausland ausstrecken. «Ich habe mit vielen Spielervermittlern zu tun», so Etter, der das richtige Puzzleteil finden muss. Auch Kauer, dessen Vertrag unmittelbar vor der Verlängerung steht, hofft auf eine schlagkräftige Truppe. Auf die grösste Baustelle hat der HS Biel keinen Einfluss. Nach der Asbestsanierung im letzten Jahr wird die Gymhalle erneut von Juli bis Oktober für Erneuerungsarbeiten geschlossen, worunter auch der Trainingsbetrieb der Handballer leidet. Diese wollen zunächst die laufende Saison positiv beenden.

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Die PSG Lyss wartet im Aufstiegsrennen auf ihre Gegner

Die PSG Lyss hat mit einem 31:20-Heimsieg gegen den Tabellendritten Zofingen die 2.-Liga-Hauptrunde in ihrer Gruppe auf dem zweiten Platz abgeschlossen und sich damit für die Aufstiegsspiele qualifiziert. Von den bisherigen 22 Meisterschaftspartien konnten die Lysser 20 gewinnen, je einmal resultierte eine Niederlage und ein Unentschieden. «Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung unserer Mannschaft», sagt Klubpräsident Daniel Stähli. Nach dem Abstieg vor knapp einem Jahr in die 2. Liga ist Lyss unter dem auf diese Saison hin neuverpflichteten Trainer Stani Nowak auf gutem Weg, den Wiederaufstieg zu schaffen. «Stani leistet eine super Arbeit», so Stähli.

In Lyss ist man sich bewusst, dass nun noch einmal Top-Leistungen nötig sind, um sich in der 1. Liga zurückzumelden. Am 27. April beginnen die Aufstiegsspiele. Der Schweizerische Handballverband nimmt in diesen Tagen zunächst noch Kontakt mit den infrage kommenden Vereinen auf, ehe der genaue Modus und der Spielplan bestimmt werden. Von den ursprünglich 72 in sechs 2.-Liga-Gruppen eingeteilten Teams haben Lyss, Pratteln, Arbon, Unterstrass, GC Amicitia Zürich, Dagmersellen, Kriens und der BSV Bern 3 die sportlichen Kriterien für die Teilnahme an den Aufstiegsspielen erfüllt. Allerdings stehen hinter den möglichen Aufstiegen von Kriens und Bern noch Fragezeichen, da andere Teams aus diesen Vereinen und Partnerorganisationen in der 1. Liga aktuell noch die Abstiegsrunde bestreiten.

Es wird erwartet, dass die insgesamt sechs Aufsteiger in die 1. Liga in zwei Vierer-Gruppen ermittelt werden. Alle Teams tragen drei Runden aus (Termine siehe Infobox links). Am Ende steigen die je drei besten Mannschaften der beiden Gruppen auf. Auf wenn Lyss treffen wird, ob der Start in die Aufstiegsspiele vom letzten April-Wochenende im Grien erfolgt und ob zwei oder nur ein Heimspiel auf dem Programm stehen, hat der Verband noch nicht kommuniziert. Dies hat den Nachteil, dass sich ein Team noch nicht auf einen bestimmten Gegner vorbereiten kann. Unabhängig davon trainiert die PSG Lyss konzentriert weiter und freut sich auf den grossen Saisonhöhepunkt, der mit der Rückkehr in die 1. Liga gekrönt werden soll. fri

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Schlussprogramm der Seeländer Teams

Nationalliga B:

Samstag, 27. April:
Wädenswil/Horgen - HS Biel    18.30
Samstag, 4. Mai:
HS Biel - Altdorf    Gymhalle, 18.00
Tabellenlage Abstiegszone (24 Sp.):
11. Yellow/Pfadi 16 (-46). 12. Biel 16 (-77). 13. Emmen 12 (-86). 14. Altdorf 10 (-101).

2.-Liga-Aufstiegsspiele:

Termine:
Runde 1 am 27./28. April
Runde 2 am 04./05. Mai
Runde 3 am 11./12. Mai

Teilnehmer:
Lyss, Pratteln, Arbon, Unterstrass, GC Amicitia Zürich, Dagmersellen, Kriens, BSV Bern 3   fri
 

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