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EHC Biel

Der Kärki-Kick und das Schmutz-Debüt

Nach fünf Auswärtsniederlagen konnte Biel gestern Abend wieder einmal mit drei Punkten im Gepäck die Heimreise antreten. Genf wurde mit 3:1 geschlagen. Schmutz erzielte das ersehnte erste Tor.

Mann mit Biss: Julien Schmutz erzielte nach 48 Partien endlich wieder ein Tor. Bild: Keystone

Beat Moning

Jede Serie bricht einmal: Biel blickte vor dem gestrigen Match auf fünf verlorene Auswärtsspiele in Folge. Es waren Spiele mit wenig Überzeugung und mit Ausnahme des Lugano-Matches kurz vor Weihnachten (5:6 nach Verlängerung) auch mit einer veritablen Torblockade. Genau ein Treffer in vier Partien gab es zu feiern, gestern waren es nach 20 Minuten wieder mal zwei Tore. Mit der Hoffnung verbunden, endlich wieder einen Dreier einzufahren.

Antti Törmänen schien dabei zwei Dinge seinen Spielern mit auf den Weg gegeben zu haben: Mehr Laufbereitschaft mit direktem Zug aufs gegnerische Tor zum einen, zum anderen, jenen Biss in den Zweikämpfen zu zeigen, der irgendwie zuvor auch gefehlt hatte, um ins Spiel zu finden. Vorgaben umgesetzt. Dabei begann es denkbar schlecht und unglücklich. Den vom oberen Tornetz aufgesprungenen Puck konnte Winnik in der fünften Minute und bei angezeigter Strafe und somit einem Genfer Spieler mehr auf dem Eis direkt ins Tor befördern. Fünf Minuten später eine vielleicht entscheidende Szene für den weiteren Verlauf im ersten Drittel: Eine Hereingabe lenkte Biels neuer Finne Jarno Kärki mit dem Schlittschuh ins Gehäuse. Eine reine Kickbewegung war in diesem Sinn zwar nicht auszumachen, dennoch war die Annullierung vertretbar.

Julien Schmutz oder die ganz 
grosse Erlösung
Biel blieb aber offensiv konsequent, drückte auf den Ausgleich, der in der 13. Minute durch einen Spieler fiel, der lange darauf warten musste: Julien Schmutz schoss sein letztes Tor am 5. März im letzten Qualifikationsspiel der alten Saison. Oder anders gesagt: 48 Partien war der «Mann mit Leidenschaft» ohne persönliches Erfolgserlebnis. Entsprechend gross war der Jubel beim Berner, der nächste Saison für Langnau stürmen wird. Ein Grund, den Puck gleich mit nach Hause zu nehmen? «Nein, nein, das dann doch nicht. Aber ich bin wirklich erleichtert, dass es nun endlich auch mit dem Toreschiessen geklappt hat.» Er werfe sich sonst nichts vor. «Ich habe immer hart gearbeitet, hatte meine Chancen, aber dieser Puck wollte einfach nicht rein.»

Keine zwei Minuten später zog Pouliot auf und davon, schüttelte auch noch den letzten Genfer ab, scheiterte aber an Descloux. Der mitgelaufene Topskorer Rajala brachte Biel mit seinem 21. Saisontreffer in Führung.Es war mit einem Genfer Sturmangriff zu rechnen, doch dieser blieb meist in der Bande «stecken». Oder Pucks wurden von Biels Verteidiger schlicht gut gedeckt, geblockt und abgelenkt. Was dennoch irgendwie durchkam, war eine sichere Beute von Hiller. Als Kärkis in der 26. Minute das Tor noch knapp verfehlte, kamen die Gäste zu Konterchancen: Künzles Puck landete noch in der Fanghand von Descloux, doch Sekunden später eine ähnliche Situation, die Hügli kaltblütig abschloss (35.). Die Partie war etwas ruppiger, die Genfer gereizter, aber Biel konnte diesmal dumme Strafen vermeiden. Die gute Nachricht: Wicks böser Stockschlag an den Fuss von Hügli zehn Minuten vor dessen Tor zum 3:1 blieb ohne Verletzungsfolgen.

Im letzten Drittel kontrollierten die Bieler weitgehend das Geschehen. «Da wirkten wir doch recht solid», konstatierte auch Biel-Assistent Olsson. Biel tat indes gut daran, mit Nachlässigkeiten nicht zu übertreiben. Servette blieb gefährlich und die Bieler vergaben in vier Minuten Überzahl die Entscheidung. Richtig gefährlich wurde es aber nicht mehr, die Punkte einzubüssen. Zum neuen Ausländer Jarno Kärki in seinem ersten Ernstkampf ausserhalb Finnlands: In der Linie mit Fuchs und Brunner hatte er bestimmt noch nicht die gewünschte Wirkung. Doch er bringt mit 1,94 Meter Körpergrösse Wasserverdrängung mit, war bemüht, die defensive Pflichtaufgabe zu erfüllen und ging auch mal dort hin, wo es weht tut, auch vor das gegnerische Tor zum Beispiel. «Er wird für uns die gewünschte Verstärkung sein», ist Olsson überzeugt. Weitere Trainingseinheiten und weitere Einsätze sind vonnöten, um sich ein abschliessendes Bild zu machen. Earl nahm derweil das Training wieder auf. Gemäss Sportchef Martin Steinegger aber nicht in jenem Masse, um mit einer baldigen Rückkehr zu rechnen.

«In Lausanne müssen wir defensiv besser spielen»
Nächster Bieler Auftritt vor der Nationalmannschafts-Pause ist am Freitag in Lausanne. «Es braucht die gleiche Einstellung, einfach diesen Willen, zu gewinnen», so Schmutz. Geduld zeigen, auf Abwarten spielen, die Konter zügig zu Ende fahren. Aber : «Wir müssen defensiv besser agieren. Die Genfer haben uns nicht bestraft. Heute verdanken wir den Sieg auch Jonas Hiller.» Allemal war es aber ein Tag für Biel und Langnau: Der Vorsprung auf den Strich ist seit gestern wieder grösser geworden.

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