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Filmkritik

"Mia And The White Lion": Eine junge Frau auf der Flucht

Die Geschichte der jungen Mia, die mit einem Löwen quer durch Afrika flieht, lebt von tollen Bildern. Die Geschichte lässt aber zu wünschen übrig.

Hier ist er noch verspielt und ungefährlich: Der weisse Löwe Charlie.

von Roger Duft

Es ist der Alptraum eines jeden Kindes: Die Eltern entscheiden sich plötzlich, das Zuhause aufzugeben und irgendwo anders ein neues Leben zu beginnen. Kein Wunder, rebelliert das schwächste Glied in der Familie, das nicht gefragt wurde, ob es sein Heim und sein Umfeld aufzugeben bereit ist.

So ergeht es auch der zehnjährigen Mia (Daniah de Villiers). Ihre Eltern haben mit ihren Sprösslingen London in Richtung Südafrika verlassen, um dort eine Löwenzuchtfarm zu übernehmen. Das Mädchen kann sich mit dem neuen Daheim so gar nicht anfreunden, zu sehr plagt sie das Heimweh, zu schmerzlich ist der Verlust ihrer Freunde.

Als auf der Farm ein seltenes, weisses Löwenbaby geboren wird, kann Mia dem vierbeinigen Nachwuchs zunächst nicht allzu viel abgewinnen.  Die kleine Raubkatze kann das Herz des schmollenden Mädchens aber schliesslich erweichen und die beiden werden über die nächsten Jahre unzertrennlich.

Der ausgewachsene Charlie wird indes mit zunehmendem Alter immer mehr zur Gefahr für Touristen. Als Vater John den Löwen verkaufen will, nimmt Mia mit Charlie Reissaus. Sie will ihn quer durch die Steppe in ein Schutzreservat bringen. Es wird keine einfache Reise.

Mit «Mia And The White Lion», einer auf Englisch gedrehten französischen Produktion, serviert Regisseur Gilles de Maistre einen ganz passablen Kinder-Abenteuer-Film, der mit seinen Landschaften im üppigen Breitwand-Format und einer überzeugenden Hauptdarstellerin streckenweise ansprechend unterhält.

Dass die Geschichte hingegen oft arg plakativ, zuweilen kitschig und nicht selten sehr vorhersehbar ausfällt, dürfte vor allem bei erwachsenen Zuschauern den Filmgenuss mildern.

Jüngere Kinogänger werden an den niedlichen Tieraufnahmen, der rebellischen Protagonistin und dem zügigen Erzähltempo wohl mehr Freude haben.

Info: In den Kinos Rex 2 und Cinedome, Biel. Auch in Lyss. Der Film wird ausschliesslich in einer deutschsprachigen Synchronfassung unter dem Titel «Mia und der weisse Löwe» gezeigt.

BEURTEILUNG BT-FILMKRITIKER
- Roger Duft: *** (von 5 Sternen)

Stichwörter: Filmkritik

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