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Filmkritik

"Ralph Breaks The Internet": Intensive Lachanfälle im kunterbunten Internet

Wie funktioniert eigentlich dieses Internet? Der neue Animationsfilm aus dem Hause Disney bietet augenzwinkernd ganz tiefe Einblicke.

Die liebe Technik: Ralph und Vanellope treffen im Internet auf viele seltsame Gestalten.

von Simon Dick

Der grimmige Ralph (Stimme im Original von John C. Reilly) hatte 2012 genug davon, als ständiger Bösewicht in seinem eigenen Videospiel zu wüten und verliess seine heimische Umgebung. Sein kurioses Abenteuer mit vielen Seitenhieben auf die Unterhaltungsbranche war ein grosser Erfolg.

Dass «Wreck-It Ralph» eine Fortsetzung erhalten würde, war klar. Dass es dann doch mehr als sechs Jahre gedauert hat, mag überraschen, aber die lange Wartezeit hat sich gelohnt. Denn der Feinschliff ist jederzeit spürbar.

In «Ralph Breaks The Internet» ist der Titel Programm. Hat der sympathische Zeitgenosse im Vorgänger nur die Videospielwelt auf den Kopf gestellt, muss in der Fortsetzung gleich das ganze Internet dran glauben. Denn die knuffige Vanellope (Sarah Silverman) braucht für ihr eigenes Rennspiel dringend ein neues Steuerrad, das es aber nur in diesem ominösen Internet zu kaufen gibt.

Also dringt sie zusammen mit Kumpel Ralph immer tiefer in ein Netz vor, in dem allerhand schräge, aber auch liebenswerte Figuren auf das Duo warten.

Die Fortsetzung ist ein Genuss. Viele Lachanfälle durchschütteln den ganzen Körper. Wenn Vanellope zum Beispiel im Internet auf die vielen Disney-Prinzessinnen trifft, wird ein Gag nach dem anderen rausgehauen. Auch andere Franchisen wie «Star Wars» oder die Marvel-Comicwelt werden mit bissigen Seitenhieben bedacht.

Aber damit nicht genug: Ein sozial- und medienkritischer Unterton schwebt ebenfalls ständig mit.

Egal ob berühmte Auktionsplattformen, Hasskommentare in den Sozialen Medien oder die Sucht nach virtueller Aufmerksamkeit, alles was die Online-Welt bewegt, wird auf die Schippe genommen.

Während knapp zwei Stunden wird man mit zahlreichen Anspielungen und mit der Liebe zum Detail regelrecht überschüttet. Wer übrigens aufmerksam das Treiben im Hintergrund verfolgt, kommt zusätzlich auf seine Kosten.

Info: In den Kinos Lido 1 und Cinedome, Biel.

BEURTEILUNG BT-FILMKRITIKER
- Simon Dick: **** (von 5 Sternen)
- Roger Duft: **** (von 5 Sternen)
- Sven Weber: ** (von 5 Sternen)

 

Stichwörter: Filmkritik

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